Punica vor dem endgültigen Ende

Rückkehr floppt: Kultgetränk verschwindet wieder

Die geplante Wiedergeburt von Punica ist endgültig gescheitert. Nur kurze Zeit nach dem viel beachteten Comeback im Jahr 2024 steht die traditionsreiche Getränkemarke erneut vor dem Aus. Columbus Drinks stellt den Vertrieb ein, die Produktion wurde bereits beendet.

Damit wird Punica künftig nicht mehr regulär in den Supermarktregalen zu finden sein. Lediglich vorhandene Bestände werden noch verkauft. Für Liebhaber des früheren Kultgetränks beginnt damit die Suche nach den letzten Flaschen.

Besonders ernüchternd ist das Ende, weil die Rückkehr zunächst mit großen Erwartungen verbunden war. Die Verantwortlichen wollten an die frühere Popularität anknüpfen und Punica wieder zu einer bekannten Größe im Getränkemarkt machen.

Zwischen Nostalgie und enttäuschenden Verkäufen

Der Neustart im Jahr 2024 setzte bewusst auf Erinnerungen an die große Zeit der Marke. Mit einer nostalgischen Marketingkampagne, Influencern und dem bekannten Spruch „Punica ist wieder da“ sollte die alte Fangemeinde zurückgewonnen werden.

Gleichzeitig sollte eine jüngere Generation für das Getränk begeistert werden.

Die Aufmerksamkeit war durchaus vorhanden. Die Rückkehr sorgte für Berichte in den Medien und weckte Erinnerungen bei früheren Kunden. Doch die entscheidende Frage beantworteten die Verbraucher an der Supermarktkasse.

Und dort blieb die Resonanz offenbar weit hinter den Erwartungen zurück.

Das Verkaufsziel wurde dramatisch verfehlt

Columbus Drinks war mit einem ausgesprochen ambitionierten Ziel in den Neustart gegangen. Pro Jahr sollten 50 Millionen Liter Punica verkauft werden.

Die Realität sah vollkommen anders aus. Im Jahr 2024 wurden lediglich rund 1 Million Liter abgesetzt.

Damit fehlten zum selbst gesetzten Ziel 49 Millionen Liter.

Noch deutlicher wird das Ausmaß der Enttäuschung beim prozentualen Vergleich: Der tatsächliche Absatz erreichte nur ungefähr 2 Prozent der angestrebten Menge.

Schon Anfang 2025 war bekannt geworden, dass sich Punica schlechter entwickelte als erwartet. Der anfängliche Medienrummel konnte dem Produkt offenbar keine ausreichende Nachfrage verschaffen.

Nur Restbestände bleiben übrig

Nach der erneuten Markteinführung war Punica zeitweise wieder bei mehreren großen Supermarktketten erhältlich. Dazu gehörten Edeka, Kaufland und Rewe.

Damit ist nun Schluss.

Nach dem Produktionsstopp werden lediglich noch vorhandene Mengen abverkauft. Welche Händler aktuell noch Flaschen im Sortiment haben, ist nicht bekannt.

Für Verbraucher bedeutet das eine ungewöhnliche Situation: Punica ist zwar noch vereinzelt erhältlich, eine zuverlässige Bezugsquelle gibt es jedoch nicht mehr.

Wer das Getränk aus der eigenen Kindheit oder Jugend noch einmal kaufen möchte, dürfte deshalb zunehmend auf Zufallsfunde angewiesen sein.

Einst wurden 200 Millionen Liter verkauft

Der Absturz wirkt besonders drastisch, wenn man die heutigen Zahlen mit der früheren Blütezeit vergleicht.

Punica wurde erstmals 1977 verkauft. Seinen Höhepunkt erreichte das Getränk in den 1990er-Jahren. Damals lag der Jahresabsatz bei ungefähr 200 Millionen Litern.

Von solchen Mengen war die Marke beim Comeback meilenweit entfernt.

Der frühere Erfolg beruhte nicht zuletzt auf einer starken Markenbekanntheit. Punica war für viele Kinder und Jugendliche der damaligen Zeit ein fester Bestandteil des Alltags.

Die Werbung mit dem Spruch „Komm in die Punica-Oase!“ wurde zu einem festen Bestandteil der Markenidentität und prägte eine ganze Generation.

Punica wechselte mehrfach den Besitzer

Hinter der Marke liegt eine lange Reihe von Eigentümerwechseln.

Gegründet wurde Punica 1977 vom Orangensaft-Pionier Dittmayer. Bereits 1984 übernahm Procter & Gamble die Marke. Im Jahr 2005 folgte der Wechsel zu Pepsi.

2022 übernahm schließlich das Investmentunternehmen PAI Partners die Kontrolle. Im selben Jahr wurde die Herstellung von Punica eingestellt.

Das Comeback von 2024 war damit nicht die Fortsetzung einer laufenden Erfolgsgeschichte, sondern der Versuch, eine bereits verschwundene Marke neu auf dem Markt zu positionieren.

36.000 Flaschen pro Stunde waren möglich

Wie gewaltig die frühere Bedeutung von Punica war, zeigt ein Blick auf die Produktion.

Im Jahr 1997 liefen im Werk in Werder (Havel) zeitweise bis zu 36.000 frisch abgefüllte Flaschen pro Stunde vom Band.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Das Werk wurde 2002 geschlossen.

Der Gegensatz zur jüngsten Entwicklung könnte kaum größer sein. Während einst Millionen Flaschen in kurzer Zeit produziert wurden, reichte der gesamte Absatz im Comeback-Jahr 2024 nur für ungefähr 1 Million Liter.

Der Markenname konnte die Nachfrage nicht retten

Das Scheitern macht deutlich, dass Bekanntheit allein nicht genügt, um eine alte Marke erfolgreich zurückzubringen.

Punica hatte einen hohen Wiedererkennungswert. Viele Verbraucher verbanden mit dem Namen Erinnerungen an ihre Kindheit. Doch offenbar ließ sich diese Nostalgie nicht in ausreichendem Umfang in aktuelle Kaufentscheidungen umwandeln.

Die Verantwortlichen versuchten, mit moderner Werbung und Influencern neue Aufmerksamkeit zu schaffen. Trotzdem blieb die Nachfrage zu schwach, um das angestrebte Geschäftsmodell dauerhaft zu tragen.

Der Unterschied zwischen einem viel beachteten Comeback und einem wirtschaftlich erfolgreichen Neustart wurde damit deutlich sichtbar.

Der Handel zog schließlich die Konsequenzen

Jörg Harders, Geschäftsführer von Columbus Drinks, erklärte gegenüber der „Lebensmittelzeitung“:

„Der Endkunde hat durch sein Kaufverhalten dem Handel den Grad seines Interesses signalisiert und der Handel hat daraufhin entschieden.“

Damit liegt der entscheidende Grund für das Ende offen auf dem Tisch: Die Verbraucher kauften nicht genügend Punica.

Für den Handel zählt letztlich nicht allein, wie bekannt eine Marke ist oder wie viel Aufmerksamkeit sie erzeugt. Entscheidend ist, ob die Produkte ausreichend verkauft werden.

Wenn diese Nachfrage ausbleibt, werden Regalflächen frei für andere Produkte.

Aus der Kultmarke wird ein Stück Nostalgie

Das zweite Leben von Punica war damit nur von kurzer Dauer. 2024 wurde die Marke zurückgebracht, nun endet der Vertrieb erneut.

Die Diskrepanz zwischen früherem Erfolg und aktuellem Scheitern ist enorm. Auf dem Höhepunkt der Marke wurden rund 200 Millionen Liter jährlich verkauft. Beim Comeback waren es nur etwa 1 Million Liter – gegenüber einem Ziel von 50 Millionen Litern.

Jetzt bleiben nur noch Restbestände und die Erinnerungen einer Generation an die berühmte Punica-Oase.

Die Kultmarke verschwindet damit erneut aus dem Alltag der Verbraucher. Diesmal spricht jedoch vieles dafür, dass es tatsächlich das endgültige Ende ist.

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