Meistverkauftes Modell wird weltweit eingestellt
Mit dem Ende des Macan mit Verbrennungsmotor verabschiedet sich Porsche von einem seiner größten Verkaufserfolge der vergangenen Jahre. Der Hersteller wird den beliebten SUV künftig ausschließlich als Elektrofahrzeug anbieten und beendet damit weltweit die Produktion der Benzinversion.
Die Entscheidung sorgt für Aufmerksamkeit, denn der klassische Macan erfreute sich zuletzt einer höheren Nachfrage als das elektrische Nachfolgemodell. Trotzdem setzt Porsche konsequent auf den E-Antrieb und beendet die Ära des Verbrenners.
Benziner bleibt der Favorit der Kunden
Die Verkaufszahlen aus dem ersten Halbjahr 2026 verdeutlichen, dass viele Käufer weiterhin den traditionellen Antrieb bevorzugen.
Weltweit wurden ausgeliefert:
- 19.695 Macan mit Verbrennungsmotor
- 15.620 elektrische Macan
Damit lag die Benzinversion um mehr als 4.000 Fahrzeuge vor dem Elektro-Modell.
Besonders bemerkenswert: Obwohl Porsche den Verkauf des Verbrenners in Europa bereits Anfang 2025 eingestellt hatte, blieb der Macan-Benziner weltweit das erfolgreichste Modell der Baureihe.
Dennoch musste Porsche insgesamt einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Die Auslieferungen aller Macan-Modelle sanken im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent.

EU-Vorgaben machten eine Neuentwicklung erforderlich
Ein wesentlicher Grund für das Produktionsende liegt in neuen gesetzlichen Vorgaben der Europäischen Union.
Verschärfte Regelungen zur Cybersicherheit hätten umfangreiche Änderungen an der Elektronik des Fahrzeugs notwendig gemacht. Diese technische Überarbeitung wäre mit erheblichen Kosten verbunden gewesen.
Porsche entschied sich deshalb gegen eine Modernisierung des bestehenden Modells und stellte die Produktion stattdessen vollständig ein.
Mit diesem Schritt spart der Konzern zwar hohe Entwicklungsausgaben, verliert gleichzeitig aber ein Fahrzeug, das sich weltweit weiterhin hervorragend verkaufte.
Oliver Blume räumt Fehler bei der Strategie ein
Die aktuelle Entwicklung bestätigt frühere Aussagen von Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns und bis Ende 2025 Chef von Porsche.
Er hatte bereits eingeräumt, dass die Erwartungen an die Nachfrage nach Elektroautos zu optimistisch gewesen seien. Wörtlich sagte Blume, Porsche habe:
„seine Kunden falsch eingeschätzt.“
Dieses Eingeständnis zeigt, dass die Umstellung auf Elektromobilität deutlich langsamer verläuft als viele Hersteller ursprünglich angenommen hatten.
Übergangszeit wird zur Herausforderung
Um den Handel weiterhin beliefern zu können, produzierte Porsche vor dem Produktionsstopp zusätzliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Diese Lagerbestände ermöglichen es, den Macan außerhalb Europas noch eine gewisse Zeit anzubieten.
Der aktuelle Zeitplan:
- Verkauf des Verbrenners in Europa bereits seit Anfang 2025 beendet.
- In den USA sollen vorhandene Fahrzeuge noch bis 2027 erhältlich sein.
- Ein neuer Crossover mit Hybrid- oder Verbrennungsmotor soll erst 2028 auf den Markt kommen.
Das neue Modell wird auf der Plattform des Audi Q5 basieren.
Bis dahin müssen viele Händler ohne einen direkten Nachfolger des erfolgreichen Macan auskommen.
Elektro-Offensive verliert an Schwung
Auch im Bereich der Elektromobilität läuft es für Porsche derzeit nicht nach Plan.
Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der Sportwagenhersteller weltweit lediglich 23.700 vollelektrische Fahrzeuge aus.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von 31 Prozent.
Die Zahlen verdeutlichen, dass die Nachfrage nach reinen Elektroautos hinter den Erwartungen des Unternehmens zurückbleibt.
Schwierige Lage im gesamten Volkswagen-Konzern
Nicht nur Porsche kämpft mit dieser Entwicklung. Auch der Mutterkonzern Volkswagen verzeichnete rückläufige Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen.
Konzernweit gingen die Auslieferungen um knapp sechs Prozent zurück.
Zu den wichtigsten Ursachen zählen:
- eine schwächere Nachfrage in China,
- der rückläufige Absatz in den USA,
- der Wegfall staatlicher Förderungen auf dem amerikanischen Markt.
Lediglich Europa entwickelte sich etwas positiver. Das leichte Wachstum dort konnte die Rückgänge in den internationalen Kernmärkten jedoch nicht ausgleichen.
Beliebtes Modell verschwindet trotz hoher Nachfrage
Mit dem Produktionsende des Macan-Benziners geht für Porsche ein äußerst erfolgreiches Kapitel zu Ende. Der SUV gehörte über viele Jahre zu den wichtigsten Umsatzträgern des Unternehmens und blieb bis zuletzt gefragter als sein elektrischer Nachfolger.
Bis der angekündigte Hybrid- oder Verbrenner-Crossover 2028 erscheint, entsteht eine deutliche Lücke im Modellangebot. Gleichzeitig steht Porsche vor der Aufgabe, deutlich mehr Kunden von seinen Elektrofahrzeugen zu überzeugen – obwohl die aktuellen Verkaufszahlen zeigen, dass viele Käufer weiterhin am klassischen Verbrennungsmotor festhalten.