Goldpreis rutscht unter wichtige Schwelle

Geopolitische Sorgen setzen Edelmetall massiv unter Druck

Am Donnerstag musste der Goldpreis deutliche Verluste hinnehmen und fiel zeitweise unter die viel beachtete Marke von 4000 US-Dollar je Feinunze. Ausgerechnet eine schwächer als erwartete Inflation in den USA, die Gold normalerweise Rückenwind verleiht, konnte den Preisverfall nicht verhindern.

An den Terminbörsen in New York sackten die Gold-Futures im Tagesverlauf bis auf 3977,10 US-Dollar je Feinunze ab. Zwar erholte sich der Kurs anschließend leicht, dennoch notierte das Edelmetall zuletzt nur noch bei 4002 US-Dollar. Gegenüber dem Vortag entsprach dies einem Minus von 1,2 Prozent.

Die Entwicklung zeigt, dass derzeit vor allem politische Unsicherheiten und Erwartungen an die Geldpolitik die Richtung an den Märkten bestimmen.

Spannungen im Nahen Osten belasten die Finanzmärkte

Im Fokus der Investoren steht die erneut angespannte Lage zwischen Washington und Teheran. Marktteilnehmer befürchten, dass sich der Konflikt weiter verschärfen könnte. Eine Eskalation hätte das Potenzial, die internationalen Energiepreise spürbar in die Höhe zu treiben.

Steigende Öl- und Gaspreise könnten weitreichende Folgen haben:

  • Erneuter Anstieg der Inflation
  • Höhere Kosten für Unternehmen und Verbraucher
  • Wachsende Unsicherheit an den Finanzmärkten
  • Weniger Spielraum für Zinssenkungen durch die US-Notenbank

Diese Aussichten überwogen den positiven Effekt der niedriger ausgefallenen Inflationsdaten deutlich und sorgten für Zurückhaltung bei Goldkäufern.

Lockerere Geldpolitik könnte sich verzögern

Viele Anleger hatten gehofft, dass die jüngsten Inflationszahlen den Weg für eine weniger strenge Geldpolitik ebnen würden. Sollten die Energiepreise jedoch kräftig steigen, könnte sich dieses Szenario schnell ändern.

In diesem Fall müsste die US-Notenbank Fed ihren bisherigen Kurs möglicherweise länger fortsetzen. Höhere Leitzinsen oder eine spätere Zinssenkung gelten als Belastungsfaktor für Gold, da verzinsliche Anlageformen dadurch attraktiver werden.

Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der Geldpolitik sorgte deshalb zusätzlich für Verkaufsdruck.

Dollar gewinnt an Attraktivität

Zeitgleich mit dem Rückgang des Goldpreises legte auch der US-Dollar gegenüber wichtigen Währungen wieder zu.

Der US-Dollar-Index, der den Wert der amerikanischen Währung im Vergleich zu mehreren internationalen Leitwährungen misst, stieg um 0,1 Prozent auf 100,64 Punkte.

Ein stärkerer Dollar hat unmittelbare Auswirkungen auf den Goldhandel:

  • Goldkäufe werden außerhalb der USA teurer.
  • Die internationale Nachfrage kann dadurch sinken.
  • Der Preis des Edelmetalls gerät zusätzlich unter Druck.

Diese Wechselwirkung war am Donnerstag deutlich zu beobachten.

Experte sieht Energiepreise als entscheidenden Auslöser

Nach Einschätzung des Marktanalysten Fawad Razaqzada von Forex.com könnte die Entwicklung der Energiepreise den weiteren Kurs der Finanzmärkte maßgeblich beeinflussen.

Er sagte wörtlich:

„Anhaltend hohe Energiepreise würden es der Fed erschweren, eine ‚dovishere‘ Haltung einzunehmen.“

Außerdem erklärte er:

„Das ist ein Grund, warum der US-Dollar heute wieder etwas an Fahrt gewinnt, insbesondere gegenüber den Währungen von Volkswirtschaften, die stark auf Energieimporte angewiesen sind.“

Seiner Ansicht nach reagieren die Devisenmärkte bereits auf die Möglichkeit, dass steigende Energiekosten den Inflationsdruck erneut verstärken könnten.

Volatile Märkte bleiben das beherrschende Thema

Die heftigen Kursschwankungen am Donnerstag verdeutlichen, wie sensibel Investoren derzeit auf politische und wirtschaftliche Nachrichten reagieren.

Die wichtigsten Marktdaten im Überblick:

  • Tagestief Gold: 3977,10 US-Dollar je Feinunze
  • Aktueller Futures-Kurs: 4002 US-Dollar
  • Tagesverlust: 1,2 Prozent
  • US-Dollar-Index: 100,64 Punkte
  • Anstieg des Dollar-Index: 0,1 Prozent

Während schwächere Inflationsdaten normalerweise für Unterstützung am Goldmarkt sorgen, bestimmen aktuell geopolitische Risiken und die Entwicklung der Energiepreise das Geschehen. Entsprechend aufmerksam verfolgen Anleger sowohl die Lage im Nahen Osten als auch die nächsten Signale der Fed, die für die weitere Entwicklung an den Rohstoff- und Devisenmärkten richtungsweisend sein dürften.

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