Die asiatischen Aktienmärkte starten mit überwiegend positiven Signalen in die neue Handelswoche. Vor allem die anhaltende Nachfrage nach Chips für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz sorgt bei Anlegern für Zuversicht. Gleichzeitig bleiben die internationalen Anleihemärkte angespannt, weil sich die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der US-Notenbank deutlich verschärft haben.
Während in Japan aufgrund eines Feiertags der Börsenhandel ruht, verzeichnen mehrere wichtige Aktienindizes in der Region Gewinne. Zusätzlich sorgen sinkende Ölpreise und neue Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den USA und China für Unterstützung.
Chiphersteller profitieren vom KI-Boom
Im Mittelpunkt des Handels stehen erneut Unternehmen aus der Halbleiterbranche. Anleger setzen darauf, dass der weltweite Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz weiterhin hoch bleibt.
Diese Erwartung verleiht insbesondere den Aktien von Chipherstellern Auftrieb. Der positive Trend zeigt sich unter anderem in Südkorea, einem der wichtigsten Standorte der globalen Halbleiterindustrie.

Der technologielastige Kospi in Seoul steigt um 1,8 Prozent. Damit gehört der südkoreanische Markt zu den stärkeren Börsenplätzen in der Region.
Auch an den chinesischen Märkten überwiegt zum Wochenauftakt die positive Tendenz. Die Entwicklung wird dort zusätzlich von politischen und wirtschaftlichen Erwartungen beeinflusst.
Shanghai startet mit moderaten Gewinnen
An der Börse in Shanghai geht es ebenfalls nach oben. Der dortige Leitindex gewinnt 0,5 Prozent und erreicht 3.932,42 Punkte.

Auch der Index der wichtigsten Unternehmen aus Shanghai und Shenzhen legt zu. Er steigt um 0,4 Prozent auf 4.523,87 Punkte.
In Hongkong und Shanghai beträgt das Plus jeweils rund 0,6 Prozent. Die Kursbewegungen fallen damit zwar moderat aus, zeigen aber eine insgesamt freundlichere Stimmung unter den Anlegern.

Der Handel in der Region verläuft allerdings nicht überall unter normalen Bedingungen. In Japan bleibt die Börse wegen eines Feiertags bis einschließlich Mittwoch geschlossen.
Ölpreis sinkt unter die Marke von 102 Dollar
Für zusätzliche Entlastung an den Aktienmärkten sorgt die Entwicklung beim Rohöl. Der Preis für Brent fällt um etwa 2 Prozent und sinkt unter 102 US-Dollar je Barrel.

Hintergrund sind nachlassende Sorgen über länger andauernde Einschränkungen bei den Öltransporten aus Saudi-Arabien. Nach Einschätzung der Analysten von ANZ Research deuten aktuelle Berichte darauf hin, dass die Ost-West-Pipeline in Riad innerhalb weniger Tage ungefähr die Hälfte ihrer Kapazität wieder aufnehmen könnte.
Sollten sich die Transportprobleme tatsächlich schneller als zunächst befürchtet lösen, würde dies den Druck auf die internationalen Energiemärkte verringern. Für Unternehmen und Verbraucher wäre eine Entspannung bei den Ölpreisen zugleich ein wichtiger Kostenfaktor.
Fed sorgt weiterhin für Nervosität
Während Aktienanleger in Asien auf steigende Kurse setzen, bleibt die Situation an den Anleihemärkten deutlich angespannter. Ausschlaggebend sind die zuletzt falkenhaften Äußerungen der US-Notenbank Fed.
Die Aussagen der Notenbank haben die Erwartungen an die künftige Zinsentwicklung nach oben verschoben. An den Terminmärkten wird inzwischen eine weitere Zinserhöhung im Oktober mit hoher Wahrscheinlichkeit eingepreist.
Ein weiterer Zinsschritt bis zum Jahresende gilt im Markt als praktisch gesetzt. Damit richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die kommenden Entscheidungen der US-Notenbank und deren Auswirkungen auf Aktien, Anleihen und die globale Konjunktur.
Bank of America erwartet weitere Zinsschritte
Die Analysten der Bank of America (BofA) rechnen mit einer Fortsetzung des Straffungskurses. In ihrer Analyse heißt es: „Straffungszyklen sind in der Regel zu Beginn konzentriert, und die Fed hört fast nie nach einer einzigen Anhebung auf.“
Daraus leiten die Experten ihre Prognose von zwei weiteren Zinserhöhungen ab. Konkret erwarten sie Schritte im Oktober und Dezember.
Für die Finanzmärkte bedeutet dies ein weiterhin anspruchsvolles Umfeld. Höhere Zinsen können die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen und zugleich die Attraktivität von Anleihen gegenüber risikoreicheren Anlagen verändern.
Trump und Xi sorgen für neue China-Hoffnung
Für die chinesischen Aktienmärkte spielt neben den Konjunkturerwartungen auch die internationale Politik eine wichtige Rolle. Anleger blicken gespannt auf das für Donnerstag erwartete Treffen zwischen Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington.
Zusätzliche Zuversicht entstand durch Gespräche am Wochenende in New York. Dort trafen der US-Finanzminister Scott Bessent und der chinesische Vizepremier He Lifeng zusammen.
Beide Seiten beschrieben die Gespräche nach Angaben aus dem Handel als positiv. Dadurch wächst die Hoffnung, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ihre wirtschaftlichen Spannungen zumindest teilweise entschärfen können.
Zölle und Technologiekontrollen im Mittelpunkt
Bei dem bevorstehenden Gipfel dürfte insbesondere die Zukunft des Handelsfriedens zwischen den USA und China eine zentrale Rolle spielen. Erwartet werden Gespräche über eine mögliche Verlängerung der bestehenden Vereinbarung.
Auf der Tagesordnung stehen mehrere wirtschaftlich wichtige Konfliktfelder:
- Zölle auf Waren zwischen den USA und China
- Exporte seltener Erden
- Technologiekontrollen
- die weitere Gestaltung der Handelsbeziehungen
Gerade bei seltenen Erden und moderner Technologie bestehen zwischen Washington und Peking erhebliche strategische Interessen. Eine Annäherung könnte deshalb über den unmittelbaren Handel hinaus Auswirkungen auf zahlreiche internationale Lieferketten haben.